Die besten Facebook Seiten

Die 6 besten Facebook-Unternehmensseiten und was wir von ihnen lernen können

 

Die organische Reichweite von deiner Unternehmensseite auf Facebook ist im Lauf der Jahre immer weiter gefallen. Hat sich der Algorithmus von Facebook gegen dich verschworen, oder machst Du irgendetwas falsch?

Ersteres. Traurig, aber wahr.

Ich erkläre Dir jetzt, warum das so ist.

Facebook verringert die organische Reichweite sehr bewusst. Organisch bedeutet, dass du kein Geld ausgibst, um deine Fans zu erreichen. Facebook verdient jedoch über Werbung sehr viel Geld und will daher, dass deine Firma in Zukunft mehr Geld in Werbung steckt.

Durch eine geringere organische Reichweite erreicht dein Unternehmen über Facebook weniger Menschen als vorher. Wie Du das ausgleichen kannst? Ganz einfach, durch bezahlte Werbung.

Mittlerweile beträgt die organische Reichweite von Posts nur noch knapp 10% der Follower, tendenz weiter sinkend.

Trotzdem gibt es viele Unternehmen, die auch in Zukunft über Facebook Geld verdienen werden. Gerade schaue ich mir einige davon an und rekonstruiere ihre Marketingstrategie.

Die Strategien kann man nicht eins zu eins adaptieren, aber dennoch sind in jeder erfolgreichen Strategie Elemente enthalten, die man selbst für sich nutzen, das heißt in seine Facebook-Maßnahmen einbauen kann.

Jetzt folgen die besten Facebook-Unternehmensseiten, die wir jetzt gemeinsam analysieren und im Anschluss deren Strategie für unser Unternehmen adaptieren werden.

1. Facebook

Schauen wir uns doch zunächst einmal Facebook selbst an. Mit über 200 Millionen Likes ist sie die beliebteste Unternehmensseite des sozialen Netzwerks.

Dass die eigenen Mitarbeiter sich in ihren Metier auskennen, ist nicht verwunderlich.

 

Videos sind derzeit die beste Möglichkeit, um auf organische Reichweite zu kommen. Das hat mehrere Gründe. Facebook geht aktiv gegen den großen Konkurrenten Youtube vor und fördert Video-Content, der auf der eigenen Plattform hochgeladen wird.

Hier sehen wir, wie Facebook das nutzt durch Q&A-Videos (Questions & Answers).

Nutzer lieben Videos. Facebook zufolge soll Video-Traffic in 2021 70% des Gesamt-Traffics auf mobilen Devices ausmachen.

Wie relevant ist das für Dich?

Sehr! Das bedeutet, dass Videos immer wichtiger werden, nicht nur auf Facebook. Nicht nur ist der Algorithmus aktuell so getrimmt, dass Videos bevorzugt gezeigt werden. Heute mit Video-Content anzufangen, hilft Unternehmen dabei, einem veränderten Kundenanspruch gerecht zu werden.

Infographic: Video Accounts for Half of Ever-Growing Internet Traffic | Statista You will find more infographics at Statista

Eine Besonderheit sind die “neuen” Live-Videos. Live-Videos haben eine deutlich höhere Interaktionsrate als normale Videos. Videos werden zudem öfter bis zum Ende geschaut und wecken das generelle Interesse der Zuschauer.

Dabei ist es einfach, Live-Videos umzusetzen. Zum Beispiel ist ein Q&A Live-Stream eine großartige Möglichkeit, um sich als Unternehmen oder Person vorzustellen und Fragen von Kunden zu beantworten. Für Early-Stage Startups ist ein Q&A Live-Stream insbesondere relevant, weil die ersten Kunden und Fans zu großen Stücken auch aufgrund der Personen hinter dem Unternehmen ein Produkt kaufen oder eine Seite liken.

Du kannst getrost klein anfangen. Live-Videos müssen locker und authentisch sein.

Humor und natürliches Auftreten ist bestens geeignet, um Zuschauer zu begeistern und einer Marke einen menschlichen Touch zu geben.

 

2. Starbucks

Startbucks hat weltweit 37 Millionen Fans.

Starbucks nutzt die Kombination aus Social, Local und Mobile perfekt.

Über die App (Mobile) lässt sich Kaffee bestellen, den man im Anschluss im Laden abholen und diese Erfahrung dann mit seinen Freunden teilen kann.

In den USA hat Starbucks zudem auf seiner Facebook-Seite einen interaktiven Store-Finder eingerichtet, mit dem man sich intuitiv die nächste Startbucks-Filiale anzeigen lassen kann.

 

Über einen Klick auf den jeweiligen Startbucks werdne Informationen zu Öffnungszeiten und Adresse angezeigt. Dadurch funktioniert die Überleitung von Facebook zu Ladengeschäft quasi barrierefrei.

Diese Funktion ist vor allem praktisch, wenn man in einer neuen Stadt unterwegs ist.

Tabs auf Unternehmensseiten zu einzurichten ist nicht schwer, denn Facebook bietet Templates für verschiedene Varianten von Haus aus an.

Über die Reiter auf der Unternehmensseite sind diese einsehbar. Du kannst dir Tabs so enirichten, dass deinen Besuchern auf Facebook die richtigen Informationen angezeigt werden.

Die Facebook-Seite von Starbucks ist auch mit dem Instagram- und Pinterest-Profil des Unternehmens verbunden. Dadurch werden Die Inhalte dieser Plattformen auch direkt auf Facebook gezeigt, darunter zum Beispiel Bilder oder Informationen zu verschiedenen Kaffeesorten.

Durch die lebendige Aufmache von Starbucks halten sich Besucher lange auf der Facebook-Seite des Unternehmens auf. Man kann stundenlang durch die Inhalte blättern.

Facebooks Algorithmus weiß das sehr zu schätzen, denn ihm ist die Interaktion mit einer Seite sehr viel wert. Das bedeutet, dass Facebook die Inhalte von Starbucks langfristig auch bevorzugt.

3. Nutella

Mit 32 Millionnen Fans ist Nutella kurz davor, eine der größten 100 Faceboook-Seiten der Welt zu werden. Der Brotaufstrich Nutella scheint nicht nur bei Kindern super beliebt zu sein. Aber das alleine reicht nicht, um so groß zu werden.

Fast 5% meiner privaten Facebook-Freunde haben die Nutella-Seite geliked. Doch woher kommt es, dass Nutella bei Facebook so erfolgreich ist? Zum  Vergleich: Die Seite von Duplo, dem Überraschungsei oder Hanuta haben nicht mal eine Million Likes. Nutella ist also sehr stark auf Facebook.

 

Nutella hat es verstanden, Content Marketing gewinnbringend zu nutzen. Nutella teilt leckere Rezepte, um die Vielfalt des Produktes zu zeigen. Die Firma macht das in Form von Bildern, Videos, Blogbeiträgen, you name it.

Content Marketing ist aufwändig und ohne eine gute Strategie oft nicht rentabel. In diesem Fall ist es jedoch ziemlich deutlich, dass Nutella mit seinen Inhalten und seinen Fans nicht nur seine Marke stärkt, sondern auch dafür sorgt, dass Nutella auf dem Brot, im Crêpe, oder mit Bananen gegessen wird.

Die gesamte Aufmache ist sehr vielfältig und es wird auf konstante Inhalte gesetzt. Fast jeden Tag wird auf der Seite ein Bild platziert – das hält die Fans bei Laune und sorgt für Wachstum des Kanals.

4. Otto.de

Otto.de hat 1.000.000 Facebook-Fans und ist nach Amazon der größte Online-Shop Deutschlands (vor Zalando, Platz 3).

 

In diesem Beispiel sehen wir, wie guter Kundenservice über Facebook funktioniert.

Otto.de antwortet innerhalb von 60 Minuten auf Facebook-Nachrichten, zu jeder Uhrzeit. Dadurch profitieren Kunden, die schnell und kurzfristig Kontakt zum Otto-Kundenservice aufnehmen wollen durch einen weiteren Kanal.

Es kommt aber noch besser.

Ich habe mir die Facebook-Seite von Otto genauer angeschaut und bin auf diesen Austausch mit Fan Chris gestoßen.

Chris beschwert sich in über eine misslungene Lieferung und hetzt in einem Post gegen Otto.

Diesen Post hätte man ignorieren oder löschen können. Hingegen versucht es die Service Mitarbeiterin Yvonne mit einer Entschuldigung und der Bitte, die Bestellnummer zu erfahren.

Der User hört nicht auf und hat nur noch im Sinn, Otto auf Facebook schlecht zu reden. Das ist der richtige Punkt, um auszusteigen.

Die Situation wurde damit bestmöglich gelöst.

Letztendlich willst Du den Kunden glücklich machen. Wenn Du ihm bei der Lösung eines Problems hilfst, kommt er immer wieder gerne auf Dich zurück und verzeiht auch Fehler. Einem Besucher, der jedoch offensichtlich nur seinen Druck ablassen will, darf man keine Bühne dafür bereitstellen.

5. Threadless

Threadless bietet T-Shits an, die von unabhängigen Künstlern designed wurden. Threadless hat 900.000 Fans auf Facebook.

Das Unternehmen geht Partnerschaften mit unabhängigen Künstlern ein und hat dadurch Zugang zu wunderschönen und einzigartigen Kunststücken, die es auf Facebook teilen kann.

Das Titelbild der Seite wurde von einem Künstler entworfen. In der Beschreibung kann man direkt auf dessen Profil auf Threadless springen und dort die von ihm designed T-Shirts kaufen.

Das Geniale daran?

Threadless geht Partnerschaften mit Designern ein und bewirbt deren Produkte kostenlos bei einem sehr großen Publikum. Die Designer profitieren von über 900.000 Facebook-Fans und können sich als Künstler vorstellen.

Das sorgt zunächst dafür, dass Threadless als sehr sympathisch wahrgenommen wird, denn bekanntermaßen ist es für selbständige Künstler oft schwer, Geld zu verdienen. Für Threadless bedeutet das im Gegenzug einen unendlichen Vorrat an eigenen Inhalten, für deren Produkten die Firma selbst überhaupt nichts zahlen muss.

Threadless schafft damit eine hervorragende Win-Win-Situation.

Hier ist noch ein Beispiel vom Künstler Christopher Golebiowski

Threadless hat auch seinen Online-Store auf der Facebook-Seite integriert. Fans können sich das Angebot direkt auf der Plattform ansehen und müssen Facebook zum Einkaufen nicht verlassen.

Du kannst einfach auf „Jetzt einkaufen“ klicken und durch den Produktkatalog blättern.

Du kannst Dir bestimmte Produkte genauer ansehen und die Kaufbestätigung dann auf der Webseite ausführen.

Die Integration des Shops in Facebook hat zwei Vorteile:

  1. Das Tracking des Kanals Facebook als Vertriebskanal funktioniert deutlich besser. Das heißt du kannst verfolgen, wie viele Kunden Du mit Facebook gewinnst.
  2. Über Remarketing (heißt bei Facebook Custom Audience) kannst Du Produktaufrufe verfolgen und gezielt auf Interessenten Facebook-Werbung schalten.

Mit Custom Audiences kannst Du deine Besucher und Kunden in verschiedene Segmente und Zielgruppen unterteilen. Dadurch hast du die Möglichkeit, einzelne Zielgruppen mit unterschiedlichen Inhalten zu bewerben. Deine Fans werden es dir danken, denn die Werbung ist dann viel relevanter und auf die individuellen Bedürfnisse deiner Kunden zugeschnitten.

Außerdem kannst Du mit Dynamic Ads den Fans genau die Produkte zu zeigen, die sie sich als letztes angesehen haben.

 

 

6. Pizzeria Paolo in Frankfurt

Die Pizzeria Paolo ist in Frankfurt über die letzten Jahre eine echte Institution geworden. Es läuft bei Paolo so gut, dass er erst vor kurzem seine alte Pizzaria komplett erneuert hat und nun für ein mit einem modernen Ambiente und hervorragenden Pizzen seine Kunden glücklich machen kann.

Die Pizzeria Paolo ist das perfekte Beispiel einer gelungenen Facebook-Seite eines lokalen Restaurants. Paolo ist ein Familienbetrieb und ich gehe davon aus, dass die Tochter dort die Facebook-Seite verwaltet – mit großartigem Erfolg.

Die Facebook-Seite von Paolo hat 1.900 Fans.

Das Titelbild ist ein Bild der beiden Chefs in ihrer Pizzaria. Kunden wissen direkt, wen sie da besuchen werden.

Wenn das nicht sympathisch ist.

Auf der Facebook-Seite findet man alle notwendigen Informationen, um sich einen Eindruck zu machen. Angegeben sind dort unter anderem

  • Link zu Website
  • Öffnungszeiten
  • Adresse
  • Arten von Speisen
  • Informationen über Liefermöglichkeiten
  • Hinweis zur Kinderfreundlichkeit des Restaurants
  • Informationen über Autostellplätze
  • Namen der Geschäftsführer
  • Gründungsdatum

Das ist aber lange nich alles. Auf der Facebook-Seite findet man verschiedene Arten von Content.

Es gibt viele Bilder von den Speisen, von der Küche, vom Restaurant, von den Chefs, und sogar vom Umbau der Pizzaria. Man hat wirklich den Eindruck, dass man auf der Facebook-Seite genau erkennen kann, was einen erwartet.

Außerdem gibt es Videos und themenbezogene Beiträge, zum Beispiel zur Fußball-WM oder zum Frankfurter Fressgassfest.

Als Frankfurter weiß ich, dass Paolo stadtbekannt ist. Ein Großteil dieser Bekanntheit kommt sicherlich von dem Facebook-Engagement der Pizzeria.

Die Pizzeria Paolo hat 240 Bewertungen, wovon 228 fünf Sterne-Bewertungen sind.

 

 

Fazit

Die organische Reichweite auf Facebook wird immer kleiner.

Für Unternehmen, die viel Zeit in den Aufbau ihrer Community auf der Plattform gesteckt haben, ist das schade.

Es ist nicht fair, dass Facebook nun Geld dafür verlangt, dass man seine Fans erreicht.

Aber es ist wie es ist. Auch Facebook ist ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen und lässt sich seine Reichweite bezahlen.

Doch auch ohne hohe Budgets lässt sich über Facebook noch viel gewinnen.

Wenn Du es schaffst, die Interaktionsrate deiner Seite nach oben zu treiben, bedeutet das für Facebook, dass deine Seite ihre Fans bei gut ankommt. Du wirst dann durch mehr organische Reichweite belohnt.

Um dies zu erreichen, musst Du nicht das Rad neu erfinden. Du kannst dich an den obigen Beispielen orientieren und dir das Beste der Facebook-Seiten herauspicken und auf deine eigene Seite übertragen.

Mit diesen Seiten als Fundament solltest Du in der Lage sein, auch für dein Unternehmen eine erfolgsversprechende Strategie zu entwickeln.

Natürlich kannst Du diese Strategien nicht Eins zu Eins umsetzen. Schließlich bist Du kein weltweites Multi-Millionen-Dollar-Unternehmen.

Musst Du aber auch nicht, wie wir bei der Pizzaria Paolo gesehen haben.

Du musst lediglich verstehen, warum die Strategien funktionieren, um dann entsprechende Veränderungen an Deiner eigenen Unternehmensseite durchzuführen und ähnliche Aktionen umzusetzen.

Und solltest Du dabei Hilfe benötigen, freue ich mich, wenn ich dir bzw. deinem Unternehmen dabei helfen kann.

 

Gibt es eine Facebook-Unternehmensseite, die Dir besonders gut gefällt? Warum gefällt sie Dir so gut? Schreib es in die Kommentare.

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Über Markus Kümpel

Markus ist ein leidenschaftlicher Online-Marketer und Startup-Enthusiast. Er hat für viele verschiedene Startups in leitenden Positionen gearbeitet und sich dabei voll und ganz der Online-Vermarktung verschrieben. Seine Mission ist es, junge Unternehmen beim Wachstum zu unterstützen.

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